Krisenvorsorge – Autarke Stromversorgung

Wie abhängig wir von Strom sind, merkt man erst wenn er fehlt. Daraus resultierende Probleme und Gefahren haben wir bereits im entsprechenden Kapitel erörtert.
Kurze Stromausfälle kann man mit Batterien und Akkus überbrücken, doch nach wenigen Tagen stößt man damit an die Grenzen.

Mittlerweile gibt es leistbare Generatoren und Photovoltaikanlagen mit denen sich auch länger andauernde Energieausfälle überbrücken lassen. Diese haben unterschiedliche Vor- und Nachteile, auf welche wir hier näher eingehen werden. Um für sich, das richtige Gerät auszuwählen, muss man die eigenen Bedürfnisse und finanziellen Möglichkeiten abwägen.

Die wichtigsten Fragen sind

  • Wie viel Strom (Watt) wird benötigt?
  • Wird die Energie mobil oder stationär benötigt?
  • Wie viel Sprit (sofern benötigt) kann gelagert/transportiert werden?
  • Wie viel Geld steht zur Verfügung?

Vergleich

ArtVorteileNachteile
SolaranlageGeräuschlos, Wartungsarmgroße Fläche nötig, Wetterabhängig
WindgeneratorGeräuscharm, WartungsarmWetter- und Standortabhängig
DynamoGeräuscharm, WetterunabhängigAnstrengend, geringe Energieausbeute
Generator (Benzin/Diesel)Geräte mit hohem Energieverbrauch nutzbar, WetterunabhängigLärm, hohes Gewicht, Treibstoffabh.

Solaranlagen

Photovoltaik ist mobil wie stationär nutzbar. Für Handy, GPS-Gerät und ähnliche kleine Geräte gibt es Solarladegeräte ab etwa 30 EUR.

Für effizientere Geräte mit integriertem bzw. anschließbarem Akku um die Energie auch zwischenspeichern und später nutzen zu können, muss man mit etwa 250-300 EUR rechnen. Diese liefern dank dieser Pufferbatterie auch genug Strom um ein Tablet oder Notebook einige Zeit zu betreiben. Einige Modelle sind fix in Rucksäcke verbaut und lassen sich so besonders komfortabel transportieren.

Da hier die Mobilität Vorrang hat, darf man sich keine all zu großen Wunder erwarten, 5-6x das Smartphone aufladen oder 1-2 Stunden das Tablet betreiben ist aber schon drin.   Stationäre Anlagen leisten ein vielfachen dessen, benötigen aber auch entsprechend Platz. Um langfristig ausschließlich mit Solarstrom zu arbeiten, benötigt man eine Fläche von etwa 6x3m, mehrere Solarbatterien sowie Laderegler, Wechselrichter für 220V Geräte usw. Preislich bewegt man sich hier in einem Bereich von 6-15.000 EUR. Eine weitere Möglichkeit stellen Solaranlagen für Wohnmobile bzw. kleine Gartenhütten dar. Diese sind ab etwa 400 EUR zu haben und reichen aus um kleinere 220V Geräte sowie Energiesparbeleuchtungen zu betreiben. In Kombination mit entsprechenden Batterien und sparsamer Nutzung kann man einige Tage überbrücken.

Die größten Vorteile von Solaranlagen liegen in der absolut kosten- und geräuschlosen Stromproduktion. Die größte Schwachstelle ist die Abhängigkeit von Sonnenlicht.

Windkraftanlagen

Wer bei dem Wort Windgenerator an große Windräder denkt, liegt gar nicht so falsch. Mittlerweile gibt es aber 2 gängige Systeme die auch für private Nutzung leistbar und sinnvoll sind. Am bekanntesten sind Windräder, diese sind im Set mit Regler und Batterie ab etwa 800 EUR zu haben, gute Systeme mit einem Durchmesser von etwa 120cm kosten um die 1500 EUR.

Die Stromproduktion ist ab einer Windgeschwindigkeit von etwa 10m/s mit ca. 200W recht ordentlich. Die Rotorblätter sind im Betrieb aber nicht ungefährlich, der Aufstellort muss entsprechend abgesichert werden.

Weniger Platz benötigen sogenannte vertikale Windturbinen. Diese liefern zwar weniger Strom, sind dafür aber einfacher transportierbar. Die Preise beginnen bei etwa 900 EUR, für große, stationäre Turbinen muss man etwa 3.000 – 4.000 EUR einkalkulieren.

Der Vorteil liegt bei beiden Systemen in der kostenlosen und bei normalen Windgeschwindigkeiten geräuscharmen Stromproduktion. In wie weit ein Windgenerator sinnvoll ist, hängt allerdings vom Einsatzort ab. Als Ergänzung zu einer Solaranlage macht es auf jeden Fall Sinn!

Dynamo

Früher fand man ihn auf den meisten Fahrrädern, mit seiner Hilfe und etwas Muskelkraft wurde der Fahrradscheinwerfer mit Strom versorgt. Heute kommen Dynamos oft in Notfall-Taschenlampen und Miniradios zum Einsatz. An der grundsätzlichen Technik hat sich bis heute nicht viel verändert. Doch um damit effizient arbeiten zu können, brauchen wir ein weit stärkeres System.

Aktuelle Dynamo-Generatoren, auch Pedal Generator genannt, werden mit Pedalen angetrieben und liefern so ausreichend Strom um kleine Geräte direkt zu betreiben oder eine Pufferbatterie zu laden.
Entsprechende Geräte werden online meistens auf englischen Seiten wie Amazon angeboten. Etwa 200 EUR zuzüglich der Batterie muss man dafür investieren.

Der Vorteil liegt hier in der geräuscharmen, aber vor allem Wetter- und Standort unabhängigen Energiegewinnung. Die Geräte sind mobil einsetzbar, liefern allerdings vergleichsweise wenig Strom und sind somit nur für den Betrieb von Kleingeräten wie Smartphones und laden von Batterien geeignet. Um eine 12V Autobatterie vollständig zu laden, ist jedoch mehrere Stunden Pedale treten angesagt. Man verbraucht also selber sehr viel Energie um Strom zu erzeugen, deshalb sehen wir diese Variante der Stromerzeugung als absolute Notvariante an.

Generator (Diesel/Benzin)

Diesel- oder Benzinbetriebene Generatoren liefern mit Abstand die meiste Energie. Selbst kleine, mobile Geräte liefern über 1000 Watt und eignen sich somit auch zum betreiben großer Geräte und Werkzeuge. Ab etwa 300 EUR bekommt man brauchbare Generatoren. Legt man noch ca. 400 EUR drauf, bekommt man über 3kW Leistung, Ölmangelsicherung und weitere Features. In jedem Fall sollte man darauf achten, dass der Generator einen Inverter besitzt. Dieser verhindert Stromschwankungen und schützt damit empfindliche Geräte wie Notebooks.

Leider hat auch diese Generatoren-Art Nachteile. Mobile Geräte besitzen nur einen kleinen Tank und müssen alle 2-3 Stunden befüllt werden. Große Standgeräte halten mehr als 12 Stunden durch, sind aber mit über 100kg entsprechend schwer und der Transport gestaltet sich entsprechend schwierig. Achtung: Angegebene Laufzeiten beziehen sich in vielen Fällen auf Leerlauf, also wenn kein Strom entnommen wird. Schon bei 2/3 Last kann der Verbrauch ein vielfaches ausmachen.

Des weiteren müssen je nach geplanter Einsatzdauer auch entsprechende Mengen Treibstoff gelagert werden. Als Durchschnitt kann man 3-5 Liter pro Tag einkalkulieren.
Der größte Nachteil ist unserer Ansicht nach der entstehende Lärm. 80-110 Dezibel sind entsprechend weit zu hören! Dies kann in Notsituationen schnell ungebetene Gäste anlocken.

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