Krisenvorsorge – Blackout

Unter „Blackout“ versteht man einen großflächigen, anhaltenden Stromausfall, unabhängig von der Ursache. Ausgelöst könnte dieser durch eine Naturkatastrophe, einen Systemfehler oder auch einem EMP werden.

Gefahren

Auch wenn Stromausfälle auf den ersten Blick nicht sehr bedrohlich wirken, sollte man sie nicht unterschätzen. Die davon ausgehenden Gefahren erkennt man oft erst, wenn es bereits zu spät ist.
Während kurze Energieausfälle für die meisten nur unangenehm aber nicht bedrohlich sind, sollte man einmal darüber nachdenken, wie abhängig wir eigentlich vom Strom sind.
Aufzüge bleiben stehen, plötzlich wird es dunkel um einen herum und alltägliche Geräte funktionieren nicht mehr. In den allermeisten Fällen dauern die Unterbrechungen nur wenige Minuten bis Stunden. Viel schwerwiegender wären langfristige Ausfälle der Energieversorgung.

Während bei einem normalen Stromausfall oft nur einzelne Straßen oder Ortsteile betroffen sind, kann es beim Blackout ganze Länder erwischen. Der Grund liegt in der Beschaffenheit unserer Stromversorgung und Stromnetze, sowie der Tatsache das sich Strom im großen Stil kaum speichern lässt. Er muss quasi kurz nach Erzeugung schon wieder verbraucht werden. Fallen nun in mehreren Gebieten Kraftwerke bzw. Leitungen aus, kann dies zu einem totalen Zusammenbruch der Stromversorgung und größeren Schäden an Leitungen, Transformatoren und Geräten führen.

Bei sogenannten „nicht schwarzstartfähigen Kraftwerken“ kommt hinzu, dass sie selbst, ohne Strom von außen, nicht wieder starten und Strom erzeugen können. So z.B. Kohlekraftwerke.
Manche dieser Kraftwerke, vor allem AKWs, sind deshalb mit schwarzstartfähigen Generatoren (Gasturbine) ausgestattet.

Ohne große Vorwarnzeit hat man plötzlich keinen Strom, Beleuchtung und Geräte funktionieren nicht mehr. Über welche Fläche hinweg diese Schäden auftreten hängt u. a. von der Reaktionsschnelligkeit der Netzbetreiber ab. Es kann einige Ortschaften oder ganze Länder betreffen.

Menschen:

Hier besteht die größte Gefahr für Patienten auf Intensivstationen. Zwar besitzen Krankenhäuser eine Notstromversorgung, diese ist jedoch meistens auf 2-3 Tage beschränkt. Ob die weitere Versorgung aufrecht zu erhalten ist, kann niemand einschätzen da es einen derartigen Blackout noch nicht gegeben hat. Problematisch wird es vor allem, wenn der Blackout durch ein anderes Ereignis wie z.B. ein Erdbeben verursacht wurde und somit, auch Nachschubwege betroffen sein können.

Verkehr:

Ausgefallene Ampelanlagen und Verkehrsleitsysteme führen vor allem in Großstädten zum absoluten Chaos. Wir durften einmal selbst erleben wie auf einer großen Kreuzung in Linz die Ampelanlage ausgefallen ist und binnen weniger Minuten ging gar nichts mehr. Und das obwohl kein einziger Unfall passiert ist! Erst als die Polizei von Hand regelte, löste sich der Stau wieder langsam auf.
Auch der öffentliche Verkehr ist auf Strom unbedingt angewiesen. U-Bahn, O-Busse, Straßenbahn und Züge bleiben einfach liegen. Schranken in Parkhäusern funktionieren nicht mehr. Das gleiche gilt auch für Tankstellen.

Technik:

Plötzlich würde nichts strombetriebenes mehr funktionieren, man sitzt im Fahrstuhl oder zu Hause im Dunkeln und ohne Heizung fest. Das geliebte TV-Gerät funktioniert genau so wenig wie die Gasheizung oder die Mikrowelle.
Handys haben zwar einen Akku, der Sendemast aber nicht! Bargeldautomaten fallen ebenso wie die Kühlung in Lebensmittelgeschäften und Kassensysteme aus. Ein kleines Geschäft kann vielleicht von Hand kassieren, bei großen Supermärkten ist das aber undenkbar.
Sofern die Wasserversorgung nicht über das natürliche Gefälle (z.B. Wiener Hochquellleitung) erfolgt, wird auch diese zusammenbrechen.

Eine Liste mit historischen Stromausfällen findet ihr bei Wikipedia.
Einer der größten Stromausfälle betraf übrigens 2012 mehr als 600 Millionen Menschen!

Vorbeugende Maßnahmen

Vorbeugen:

Einem Blackout vorzubeugen liegt nicht in unserer Hand, sehr wohl jedoch, die Gefahren die daraus resultieren können abzuschwächen! Da wir nun mal täglich in unzähligen Bereichen Strom einsetzen, muss man sich erst einmal klar werden, wie abhängig wir davon eigentlich sind! Ein Blackout kann sich durch zuvorige Stromschwankungen bemerkbar machen, er kann jedoch genau so gut ohne jede Vorwarnung eintreten. Somit bleibt nur ein konsequentes Vermeiden von Gefahren im Zusammenhang mit dem Stromausfall.

Strom bewusst nutzen:

Fängt man erst einmal an, darüber nachzudenken, merkt man schnell wie abhängig man von elektrischer Energie ist. Überlege dir, welche Geräte in deinem Haushalt auf Strom aus der Steckdose angewiesen sind und auf welche davon du – auch für längere Zeit – verzichten könntest. Toaster, elektr. Zahnbürste usw. gehören ja nun wirklich nicht zur überlebenswichtigen Ausstattung. Für alle wichtigen Geräte solltest du einen Notfallplan bereithalten. Sei es nun ein Notstromaggregat oder die stromlose Variante des Geräts.

Vorsorge:

Lege dir die benötigte Ausrüstung zu und halte sie in gutem Zustand. Ein Blackout kennt keine Uhrzeit, halte Nachts immer ein Knicklicht oder eine Taschenlampe (Handy) griffbereit.

Tipp: Hier findet ihr eine Übersicht über autarke Stromversorgung und hier eine Liste stromloser Alternativen.

Eine Powerbank kann dir genug Energie für das Aufladen oder den Betrieb kleiner Geräte liefern.

EDV:

Sichere deinen PC mit einer USV (unterbrechungsfreie Stromversorgung). Diese gibt dir genug Zeit die Daten zu sichern und den PC herunterzufahren. Das Gerät wird einfach zwischen PC und Steckdose gesteckt und übernimmt bei Stromausfall ohne Verzögerung die Stromversorgung. Je nach Stromverbrauch und Leistung des USV, reicht die Batterie für etwa 5-15min.
Alternativ steige auf ein Notebook um, heutige Geräte sind sehr leistungsfähig und die Preise sinken immer weiter. Auch Tablets können für manche eine Alternative sein, hier besteht die größte Einschränkung jedoch bei den Anschlüssen und fehlenden optischen Laufwerken.

Wir selbst haben alle PCs gegen Notebooks ersetzt und – entgegen der Empfehlung der Hersteller – auch bei stationärem Betrieb die Akkus nicht entfernt. So werden die Akkus zwar immer wieder zwischendurch geladen und damit ihre Lebensdauer verkürzt, aber gleichzeitig sparen wir uns eine USV und schützen uns vor Datenverlust.

Stromerzeuger:

Um sich über Tage oder sogar Wochen hinweg selbst mit Strom zu versorgen, empfehlen wir einen mobilen Stromerzeuger. Entsprechende Geräte gibt es bereits ab etwa 200 EUR. Für ein hochwertiges Gerät mit entsprechender Leistung können aber auch über 1000 EUR fällig werden. Berechne den Verbrauch der Geräte die im Notfall unbedingt (gleichzeitig) laufen müssen und beurteile, ob dir die Dauerleistung und der Tankinhalt des Generators (= mehr Gewicht) oder die Mobilität wichtiger ist.

Folgende Ausstattung empfehlen wir:

  • AVR (automatischer Spannungsregler), oder Inverter. Dies schützt empfindliche Geräte!
  • mind. 2 Steckdosen mit 230V
  • mind. 4 Stunden Dauerbetrieb mit einer Tankfüllung (2/3 Last)
  • 2000 Watt Dauerlast
  • Automatische Abschaltung bei Ölmangel/Überlast


Wir haben einen Mittelweg gewählt. Der Generator leistet 2800 Watt und 1 Tankfüllung reicht bei 2/3 Last für ca. 10 Stunden. Dies reicht sowohl zu Hause als auch im Geschäft um die wichtigsten Geräte zu betreiben und 75kg (ohne Benzin) können auch noch gut bewegt werden.

Nur wer wenig Strom benötigt und nicht unbedingt mobil sein muss, wird auch mit einer Solaranlage zufrieden sein. Die Panele sind relativ groß und unhandlich, die Batterien sehr schwer und man ist natürlich von der Sonne abhängig. In Kombination mit einem Windgenerator und ausreichend Batterien als Puffer, kann die stationäre Stromversorgung jedoch gut bewerkstelligt werden.

Verhalten im Notfall

Ab nach Hause: Bleibe ruhig und besonnen, aber verliere keine Zeit! Führst du ein Handy mit dir, überprüfe ob das Mobilfunknetz funktioniert. Solltest du mit dem eigenen KFZ unterwegs sein, benutze unbedingt wenig befahrene Straßen! Versperre die Autotüren und bleibe möglichst in Bewegung. Eventuell kannst du dich auch abholen lassen, dies hängt vom (hoffentlich noch nicht) vorhandenen Chaos und Kommunikationsmöglichkeiten ab.
Alternativ kannst du dein Glück mit öffentlichen Verkehrsmitteln versuchen, hier kommen natürlich nur solche in Frage die nicht auf Strom angewiesen sind.

Je mehr Zeit verstreicht, desto schwieriger wird es werden nach Hause zu kommen. Während die meisten Menschen bei Stromausfällen von wenigen Stunden noch recht ruhig sind, sieht es nach etwa 12 Stunden schon anders aus!
Bleibt nur noch der Fußmarsch und ist die Strecke nach Hause für dich zu bewältigen, mache dich auf den Weg! Je nach Gelände schafft man pro Stunde etwa 3-6km.

Zu Hause: Überprüfe deine Ausrüstung auf Funktion und Vollständigkeit. Solltest du keine Wasservorräte besitzen, sollten nun vorhandene Behälter gefüllt werden!
Selbst wenn dein Wohngebiet (noch) nicht direkt betroffen ist, dein Gas-, Wasser-, und Stromversorger könnte es sein oder noch werden.
Versuche über Radio, TV oder jedes andere verfügbare Medium an aktuelle Informationen zu kommen und bereite dich auf die Nacht vor.
Nutze das Tageslicht und denke auch an die Möglichkeit bevorstehender Unruhen bzw. Plünderungen. Die Gefahr steigt mit jedem Tag ohne Grundversorgung mit Energie und Lebensmittel.

Vermeide es, Nachts auf der Straße zu sein. Man könnte dich als leichtes Opfer oder aber auch als Plünderer ansehen. Beides kann zu sehr gefährlichen Situationen führen!
Je nach Jahreszeit muss auch mit extremer Kälte gerechnet werden. Lege also warme Kleidung, Decken usw. bereit.

Hier findet ihr unseren „24 Stunden ohne Strom“ Versuch.

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