Krisenvorsorge – EMP

Gefahren

EMP steht für ElektroMagnetischer Puls und stellt in unserer Zeit eine größere Gefahr dar als so manche große, konventionelle Bombe. Dabei kann der EMP sowohl durch natürliche Ursachen (Sonnensturm) als auch bewusst durch eine Waffe (EMP-Bombe) ausgelöst werden. Menschen sind hierdurch nicht direkt gefährdet, die Auswirkungen könnten aber über Jahre hinweg unser Leben beeinflussen.

Die Wirkung:

Jedes moderne Gerät mit Mikrochip ohne entsprechenden Schutz wäre auf die Sekunde kaputt. Dies betrifft also nicht nur Computer, Handys usw. sondern auch Fahrzeuge. Alle stromführenden Bauteile werden überlastet und je nach Widerstandsfähigkeit kommt es zu kleineren Schäden an einzelnen Bauteilen oder zum kompletten Funktionsverlust. Was bei einer Kaffeemaschine nur lästig wäre, bei einem Flugzeug in der Luft… den Rest kann man sich vorstellen! Verkehrsunfälle, stecken gebliebene Aufzüge, Stromausfälle und natürlich deren Nachwirkungen würden uns lange beschäftigen.
Bei vielen Geräten ist auch gar nicht klar wie stark sie auf einen EMP reagieren würden! Es gibt kaum entsprechende Tests.

Ohne große Vorwarnzeit hat man plötzlich keinen Strom, kein Fahrzeug und viele Geräte funktionieren nicht mehr. Alles was uns selbstverständlich vorkommt, könnte auf die Sekunde unbrauchbar werden. Über welche Fläche hinweg diese Schäden auftreten, hängt von der Stärke des Impuls ab. Es kann einen einzigen Ort oder ganze Kontinente betreffen. Einen EMP kann man weder sehen noch riechen.

Menschen:

Hier besteht die größte Gefahr für die Träger von Herzschrittmachern und ähnlichen medizinischen Geräten sowie Patienten auf Intensivstationen. Während bei einem Blackout die Notstromversorgung einsetzen würde, könnten die Geräte bei einem EMP schwer gestört werden oder ganz ausfallen.

Verkehr:

Für Luftfahrzeuge ohne entsprechenden Schutz ist ein EMP eine Katastrophe. Es gibt kaum ein System, das nicht ohne Computerunterstützung läuft. Abstürze sind da kaum zu vermeiden, ohne Navigationsgeräte fällt auch die Notlandung bzw. die Suche nach einem Notlandeplatz sehr schwer. Aber auch für Kraftfahrzeuge besteht eine große Gefahr. Motoren die plötzlich absterben, ausgefallene Ampelanlagen usw. werden für gehöriges Chaos sorgen.

Technik:

Mobiltelefone, Computer, Fahrstühle, Zutrittskontrollen wären genau so betroffen wie die gesamte Strom-, Gas- und Wasserversorgung. Plötzlich würde nichts mehr funktionieren, man sitzt im Fahrstuhl oder zu Hause im Dunkeln und ohne Heizung fest. Dazu kommt die Gefahr eines totalen Blackouts, der bereits bei geringen Störungen des Stromnetzes auftreten kann. Mehr hierzu im Beitrag: Blackout.

Das alles klingt für dich nach Panikmache? Das wäre zu schön! Es ist bereits passiert, 1989 hat es Quebec erwischt und dort für Störungen und Stromausfall gesorgt. Damals wurde der EMP durch einen Sonnensturm ausgelöst.

Zitat Focus:

Furore machte auch 1989 ein geomagnetischer Sturm, der in der kanadischen Provinz Quebec das Stromnetz lahmlegte und ein Chaos verursachte, weil Verkehrsleitsysteme, die elektrischen Anlagen der Flughäfen sowie die Fernwärmeversorgung ausfielen.

In der Zwischenzeit nutzen wir viel mehr und viel empfindlichere Elektronik als damals. Der EMP Schutz hat sich jedoch kaum bis gar nicht verbessert.
Je nach schwere des EMP kann die Wiederherstellung der Grundversorgung mit Strom, Wasser und Wärme bis zu einige Monate dauern!

Vorbeugende Maßnahmen

Schutz

Schutz bietet nur eine entsprechende Abschirmung, welche jedoch nicht bei allen Geräten/Fahrzeugen komplett möglich ist. Ein Handy z.B. das komplett abgeschirmt wird, würde nicht mehr senden oder empfangen können.
Den besten Schutz erreicht man in einem „faradayschen Käfig“. Dabei handelt es sich um eine Hülle aus einem elektrischen Leiter, wie z.B. ein Gitterkäfig, oder aber auch ein Fahrzeug. Dies jedoch auch nur unter der Voraussetzung ,dass keine leitenden Verbindungen nach außen bestehen (Antennen, Stromkabel oder ähnliches). Diese müssten über entsprechende Schutzschaltungen geschützt werden! Bei Autos z.B. ist dieser Schutz zwar soweit gegeben das Menschen im Inneren vor einem Blitzschlag sicher sind, Geräte im Inneren bzw. die Fahrzeugelektronik selbst, können jedoch trotzdem Schaden nehmen. Dies liegt an den „offenen“ Stellen aus Glas usw.

In der Praxis wird sich ein EMP Schutz für all unsere Elektronik nicht realisieren lassen! Von uns getestete Schutzhüllen für Handys usw. würden wir nicht empfehlen da mit „völliger Isolierung und Abschirmung“ geworben wird, wir jedoch uneingeschränkten Mobilfunk und WLAN Empfang hatten. Auf Nachfrage beim Hersteller bekamen wir darauf leider auch nach 2 Nachfragen und 3 Monaten Wartezeit keine Antwort.
Dabei wäre ein funktionierendes Handy auch dann nützlich, wenn das Mobilfunknetz zusammengebrochen ist.

Das richtige Smartphone kann auch ohne Mobilfunknetz nützlich sein

Praktische Überlegungen:

Im Prinzip bietet jeder geschlossene Tresor einen gewissen EMP-Schutz. Dennoch hängt es natürlich auch von der Wandstärke und der Stärke des Puls ab ob der Schutz ausreichend sein wird. Da bisher – zumindest offiziell – noch keine EMP-Waffen zum Einsatz gekommen sind und die Militärs jegliche Testergebnisse als Top Secret einstufen, fehlen hier praktische Erkenntnisse.

Unsere Datenspeicher-Lösung:

Achtung, unsere Lösung basiert auf logischem Denken und dem was uns der Physikunterricht geleert hat, leider haben wir derzeit keine Möglichkeit es zu messen!
Wir nehmen einen doppelwandigen Tresor und legen auf die Abstellflächen eine 8mm dicke Gummimatte. Darauf legen wir unsere wichtigsten Datenträger, ein Netbook zum auslesen der Daten und die wichtigsten Ersatzgeräte wie z.B. das Kestrel 4500. Dabei achten wir darauf das die Gegenstände sich weder gegenseitig noch die Außenwand berühren. Der Tresor selbst steht ebenfalls auf einer Gummimatte und berührt auch keine Wand. Somit ist er NICHT geerdet. Ob dies im Notfall funktionieren wird, werden wir hoffentlich nie erfahren, die Investition von ca. 200 EUR war es uns jedenfalls wert.
Zusätzlich lagern wir Daten an 2 weit auseinander liegenden Orten, dies wird bei einem lokal begrenzten EMP für einen weiteren Schutz sorgen.
Es gibt bereits Datenschutztresore zu kaufen die auch bei einem EMP ausreichend Schutz bieten sollen (z.B. www.vogtland-tresor.de) Diese sind jedoch sehr teuer und auf große Unternehmen ausgelegt!

Vorbeugung:

Wer sich über einen EMP Gedanken macht, hat einige wenige Möglichkeiten die eigenen Schäden und Gefahren zu verringern. Diese bedeuten jedoch klare Einschränkungen im täglichen Leben.

  • Benutze keine Fahrstühle, Geräte oder Maschinen die bei einem Stromausfall zur Falle werden könnten.
  • Vermeide Luftfahrzeuge.
  • Sichere persönliche digitale Daten an mehreren Stellen und – falls finanziell sinnvoll und möglich – in einem speziellen Datenschutztresor.
  • Falls du ein elektronisches Implantat (z.B. Herzschrittmacher) trägst, frage deinen Arzt bezüglich Anfälligkeit/Abschirmungsmöglichkeiten.


Einem EMP vorzubeugen liegt nicht in unserer Hand, sehr wohl jedoch die Gefahren die daraus resultieren können abzuschwächen!

Vorsorge:

Decke dich wie im Kapitel „Ausrüstung“ unserer Homepage beschrieben, ein.
Ein Blackout kennt keine Uhrzeit, halte Nachts immer ein Knicklicht griffbereit. Einfache „alte“ Taschenlampen werden einen EMP vermutlich unbeschadet überstehen, darauf verlassen sollte man sich jedoch nicht.

Stromerzeuger:

Um sich über Tage oder sogar Wochen hinweg selbst mit Strom zu versorgen, empfehlen wir einen mobilen Stromerzeuger. Entsprechende Geräte gibt es bereits ab etwa 200 EUR. Für ein hochwertiges Gerät mit entsprechender Leistung können aber auch über 1000 EUR fällig werden. Berechnen Sie den Verbrauch der Geräte die im Notfall unbedingt (gleichzeitig) laufen müssen und beurteilen Sie, ob Ihnen die Dauerleistung und der Tankinhalt des Generators (= mehr Gewicht) oder die Mobilität wichtiger sind.

Tipp: Moderne Stromgeneratoren sind ebenso anfällig für einen EMP wie andere Geräte. Sie sind jedoch eine große Hilfe, wenn „nur“ der Stromversorger betroffen ist!
Ältere Generatoren verfügen über keine Regeltechnik, sind dafür jedoch unempfindlich gegen EMP.

Folgende Ausstattung empfehlen wir:

  • AVR (automatischer Spannungsregler), oder Inverter. Dies schützt empfindliche Geräte!
  • mind. 2 Steckdosen mit 230V
  • mind. 4 Stunden Dauerbetrieb mit einer Tankfüllung (2/3 Last)
  • 2000 Watt Dauerlast
  • Automatische Abschaltung bei Ölmangel/Überlast


Wir haben einen Mittelweg gewählt. Der Generator leistet 2800 Watt und 1 Tankfüllung reicht bei 2/3 Last für ca. 10 Stunden. Dies reicht sowohl zu Hause als auch im Geschäft um die wichtigsten Geräte zu betreiben und 75kg (ohne Benzin) können auch noch gut bewegt werden.

Nur wer sehr wenig Strom benötigt und nicht unbedingt mobil sein muss, wird auch mit einer Solaranlage zufrieden sein. Die Panele sind relativ groß und unhandlich, die Batterien sehr schwer und man ist natürlich von der Sonne abhängig. In Kombination mit einem Windgenerator kann die stationäre Stromversorgung jedoch gut bewerkstelligt werden.

Achtung: Ein künstlich erzeugter, großflächiger EMP ist bisher noch nie aufgetreten, bzw. nur simuliert worden. Die realen Auswirkungen sind daher noch weitgehend unbekannt und vor allem von der Stärke des EMP abhängig!

Verhalten im Notfall

Bei einem EMP der durch eine (schmutzige) Bombe ausgelöst wurde, verhalte dich wie im Beitrag „Anschläge“ beschrieben. Ansonsten gehe folgendermaßen vor:

Ab nach Hause: Verhalte dich ruhig und besonnen, aber verliere keine Zeit! Führst du ein Handy mit, dieses auf Funktion überprüfen. Solltest du mit dem eigenen KFZ unterwegs sein und dieses noch funktionieren, benutze unbedingt wenig befahrene Straßen! Versperre die Autotüren und bleibe möglichst in Bewegung. Eventuell kannst du dich auch abholen lassen, dies hängt vom (hoffentlich nicht) vorhandenen Chaos und Kommunikationsmöglichkeiten ab.

Alternativ kannst du dein Glück mit öffentlichen Verkehrsmitteln versuchen, in wie weit diese noch einsatzfähig sind, kann schwer abgeschätzt werden. Kurz nach dem EMP ist die Chance noch relativ groß. Je mehr Zeit verstreicht und umso größer der Radius des EMP ist, desto schwieriger wird es werden, nach Hause zu kommen. Während die meisten Menschen bei Stromausfällen von wenigen Stunden noch recht ruhig sind, sieht es nach etwa 8-12 Stunden schon anders aus!

Bleibt nur noch der Fußmarsch und ist die Strecke nach Hause für dich zu bewältigen, mache dich auf den Weg! Je nach Gelände schafft man pro Stunde etwa 3-6km.

Zu Hause: Überprüfe deine Ausrüstung auf Funktion. Solltest du keine Wasservorräte besitzen, sollten nun vorhandene Behälter gefüllt werden!
Selbst wenn dein Wohngebiet (noch) nicht direkt betroffen ist, dein Gas-, Wasser-, und Stromversorger könnte es sein oder noch werden.
Versuche über Radio, TV oder jedes andere verfügbare Medium an aktuelle Informationen zu kommen. Welche Geräte in welchem Umkreis betroffen sein werden, ist nicht abzuschätzen.

Bereite dich auf die Nacht vor.
Nutze das Tageslicht und denke auch an die Möglichkeit bevorstehender Unruhen bzw. Plünderungen. Die Gefahr steigt mit jedem Tag ohne Grundversorgung mit Energie und Lebensmittel.

Vermeide es, Nachts auf der Straße zu sein. Man könnte dich als leichtes Opfer oder aber auch als Plünderer ansehen. Beides kann zu sehr gefährlichen Situationen führen!

Je nach Jahreszeit muss auch mit extremer Kälte gerechnet werden. Lege also warme Kleidung, Decken usw. bereit.

Amazon Affiliate Links:

Survivalplan unterstützen: Amazon Affiliate Link *

*Bitte nutze unseren Partner Link, wenn du auf Amazon einkaufst. Ganz egal wie viel oder was du bestellst. Dir entstehen keine zusätzlichen Kosten, wir bekommen jedoch ein kleine Werbekostenvergütung. Wir sehen nicht, wer was bestellt! Vielen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Ich akzeptiere die Datenschutzbedingungen.