Recht und Gerechtigkeit – Urteile die man nicht versteht

Nicht selten schüttelt man über unverständliche Gerichtsurteile den Kopf. Auch uns selbst geht es immer wieder so.

Und die letzte Zeit hat wieder viele Gelegenheiten für Kopfschütteln gegeben. Ein Menschenleben scheint z.B. nur 960 Euro wert!

Betrunkener Unfalllenker

Den Artikel in einer österreichischen Tageszeitung mussten wir 2 Mal lesen um es zu glauben. Ein betrunkener 17-jähriger, den Führerschein hatte er erst 3 Wochen, rammt einen Radfahrer. Der 44jährige Mann verstarb noch am Unfallort.
5 Monate später nun das Urteil. Eine bedingte Haftstrafe und 960 Euro Geldstrafe.

Unsere erste Reaktion: Mit 1,04 Promille Auto fahren und einen Menschen töten wird lächerlich gering bestraft. Denkt man aber darüber nach, stellt sich schnell eine Frage. Was wäre die Alternative? Den jungen Alkolenker wegzusperren macht das Unglück auch nicht besser. Andererseits sollte unserer Meinung nach, die Strafe Tat und Schuldangemessen sein. Und das war hier gefühlt nicht der Fall!

Bei unserer Diskussion einigten wir uns darauf, dass wir ebenfalls keine Haftstrafe verhängt hätten. Jedoch ein langes Fahrverbot, eine Führerschein-Nachschulung, Sozialarbeit und ein hohes Schmerzengeld an die Hinterbliebenen.

Mord oder Körperverletzung

Ein 56jähriger Mann wurde wegen schwerer Körperverletzung zu 3 Jahren Haft verurteilt.
Soweit leider keine besonders seltene Nachricht in unserer Zeit. Angeklagt wurde er jedoch ursprünglich wegen versuchten Mordes.

Sowohl die Kinder des Paares als auch die Ehefrau sagten aus, dass der Mann mehrfach Morddrohungen aussprach. Er schlug seiner Frau mehrfach ins Gesicht und würgte sie. Danach holte er noch ein Messer, welches ihm eine Nachbarin jedoch abnehmen konnte.

Bei der Tat hatte er 1,14 Promille und er hat 2 einschlägige Vorstrafen. Dennoch wurde er nur wegen schwerer Körperverletzung verurteilt. Ein Urteil, das vielen als viel zu mild erscheint, uns eingeschlossen.

Ob der Mann seine Frau tatsächlich töten wollte, kann nur er selbst wissen. Natürlich entsteht bei einem derartigen Angriff aber der Eindruck.

14jähriger Mörder

Mit einem Herzstich tötete der Teenager seine Mutter. Der Grund war, es ist kaum zu glauben, dass er seiner Mutter bei einem Problem am PC helfen sollte. Er wollte aber lieber weiterschlafen und beim darauf folgenden Streit, erstach er die Frau.

Der Strafrahmen für diese Tat liegt bei bis zu 10 Jahren Haft. Ausgefasst hat der Täter jedoch nur dreieinhalb Jahre. Laut dem Richter, gab es erhebliche Milderungsgründe.
Welche Gründe das sind, wird man leider nie erfahren. Aufgrund des Alters des Täters, wurde nämlich die Öffentlichkeit für die Dauer des Beweisverfahrens ausgeschlossen.

Eine Tötungsabsicht bestritt der 14jährige. Wie das mit 4 Messerstichen, darunter mind. 1 Herzstich, zusammenpasst, würden wir gerne von ihm wissen!

Fazit

Das waren nur 3 Beispiele, Urteile wie diese gibt es jedoch häufig. Alleine den Richtern Schuld daran zu geben, ist allerdings zu kurzsichtig. Abgesehen von den Beweismitteln bzw. berechtigten Zweifeln daran, müssen die Richter auch den möglichen Strafrahmen einhalten.
Beträgt die Haftstrafe z.B. maximal 3 Jahre, kann ein Richter keine höhere Strafe verhängen, auch er muss sich an die Gesetze halten.

Das ein guter oder schlechter Anwalt den Ausgang eines Prozesses entscheidend beeinflusst, ist ebenfalls kein großes Geheimnis.

Auch darf man nicht vergessen, dass man in aller Regel nur aus den Medien von der vorgeworfenen Tat erfährt. Die genauen Umstände, vorgebrachte Beweise und Zeugenaussagen, kennt man nur vom Hörensagen. Sich daraus ein objektives Urteil zu bilden, wie das sehr oft in Foren und sozialen Netzwerken geschieht, ist nur selten möglich.

Das Vertrauen in die Justiz ist bei vielen, generell nicht sehr hoch. Derartige, oft als viel zu mild wahrgenommene Urteile, verstärken den Eindruck. Man sollte aber immer bedenken, dass man selber nicht dabei war und deshalb in den allermeisten Fälllen auch nur hört bzw. liest, was ein anderer gehört oder gelesen hat.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Ich akzeptiere die Datenschutzbedingungen.