Nicht alles was im ersten Moment vernünftig klingt, ist es auch. Bei Gesetzen und Verordnungen erleben wir das immer wieder. So auch bei der nun schon ewig langen Diskussion um Messerverbote.

Seit Monaten, oder vielleicht sind es schon Jahre, verfolgen wir die leidige Debatte über Messer-Verbote. Bisher sind in Deutschland Messer bis 12cm Klingenlänge erlaubt. Zukünftig soll die Klinge mitgeführter Messer, nur noch 6cm lang sein dürfen. An bestimmten Orten wie Bahnhöfen, sollen Messe gar nicht mehr geführt werden dürfen. In Österreich gibt es aktuell übrigens keine Begrenzung der Klingenlänge. Aber es gibt sogenannte Waffenverbotszonen.

Die Gewerkschaft der deutschen Polizei begrüßt ein derartiges Verbot weil Polizisten angeblich immer häufiger von Messerattacken berichten. So zumindest die Aussage von Herrn Mertens bei N-TV. Gleichzeitig heißt es jedoch, es gäbe noch nicht einmal konkrete Zahlen dazu, ob es tatsächlich mehr Angriffe mit Messern geben würde.

Für gut überwachte Bereiche wie eben Bahnhöfe, öffentliche Gebäude usw. in denen generell eine hohe Polizeipräsenz herrscht, können wir uns ein entsprechendes Verbot vorstellen. Dort kann es einfacher überwacht und auch zeitnah eingeschritten werden. Ein generelles Verbot halten wir jedoch für kompletten Blödsinn. Denn Verbote schützen nicht vor Verbrechen. Würden sich alle Menschen an Verbote halten, hätten wir doch erst gar keine Verbrecher!

Gute Argumente!?

Zwei Argumente von Befürwortern solcher Verbote, wollen wir nun unter die Lupe nehmen.

Es gibt keinen Grund ein Messer eingesteckt zu haben! / Nur Verbrecher haben Messer eingesteckt!

Dieses Argument hält nicht einmal einer oberflächlichen Betrachtung stand.
Sogenannte Rettungs- oder Automesser sind sehr nützlich. Dank Glasbrecher und Gurtschneider können sie bei Autounfällen Leben retten.

Auch wir haben immer ein Messer dabei. Alleine schon um im Alltagstest feststellen zu können, wie gut Messer,Scheide und Gürtelhalterung verarbeitet sind. Wie sollten wir sonst eine ehrliche Produktbewertung verfassen?

Wer kein Messer dabei hat, kann es auch nicht einsetzen!

Korrekt! Und gleichzeitig das beste Argument gegen ein Verbot. Denn Verbrecher können so auf eine noch größere Chance hoffen, auf Menschen zu treffen die wehrlos sind. Und wer kein Messer dabei hat, kann es auch nicht positiv einsetzen. Aber natürlich soll jeder ruhig einmal selber versuchen, einen Sicherheitsgurt abzureißen, um eine Person aus einem Unfallfahrzeug zu retten.

Abgesehen davon, wurden schon häufig Scheren, Schraubendreher und Möbelstücke als Waffe eingesetzt. Will man die auch verbieten?

Anlassgesetze und Geltungsdrang

Dieses reflexartige verbieten wollen von allem möglichem, nimmt langsam irre Züge an. Manchmal ist es aber auch nur der verzweifelte Versuch eines kleinen Politikers, etwas mehr Aufmerksamkeit zu erhaschen. Einer laut ausgesprochene Forderung nach mehr Schutz wird kaum jemand öffentlich widersprechen.

Ein Hund beißt zu, warum nicht gleich die ganze Rasse verbieten? Ein Raser auf der Autobahn? Verbieten wir doch einfach alle Autos über 80 PS. Jedes Jahr gibt es viele Verletzte und sogar Tote durch Wintersport. Den sollten wir dann auch gleich verbieten. Wohin soll das führen?

Das Problem sind nicht Messer sondern die Menschen! Und die kann man nun mal nicht verbieten. Aber man könnte die Bevölkerung endlich adäquat vor gefährlichen Personen schützen! Doch dafür müssten die Gesetze auf vernünftige Art und Weise angepasst werden. Keine 3- oder 4fachen Bewährungsstrafen mehr, keine Kuscheljustiz mit kleinen Geldstrafen. Harte Taten müssen auch hart bestraft werden!
Dann werden Schlagzeilen wie “Der polizeibekannte Täter” oder “Der Wiederholungstäter” endlich abnehmen. Und man könnte sich – und uns – so manch gut gemeintes, aber schlichtweg sinnloses Gesetz ersparen.

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