Die Waffenbesitzkarte (WBK) berechtigt in Österreich zum Erwerb und Besitz von 2 Waffen der Kategorie B. Hierzu zählen Faustfeuerwaffen, Repetierflinten und halbautomatische Schußwaffen. Kann man einen begründeten Bedarf nennen, können die 2 Plätze noch erweitert werden, dies wird in letzter Zeit jedoch immer schwieriger.

Dieses Waffendokument berechtigt nicht zum führen von Waffen!
Um eine WBK zu bekommen, müssen einige Voraussetzungen erfüllt werden. Dazu zählen:

Voraussetzungen

• Unbescholtenheit
• Verlässlichkeit
Waffenführerschein (oder anderer Nachweis über die Befähigung zum sachgemäßen Umgang)
• Positives psychologisches Gutachten
• 21. Lebensjahr vollendet
• Rechtfertigung

Unbescholtenheit heißt kurz zusammengefasst, keine Vorstrafen. Eine Verurteilung wegen Betrug oder Einbruch schließt zwar die Ausstellung einer WBK nicht grundsätzlich aus, jedoch kann diese sich bei der Beurteilung der Verlässlichkeit entsprechend negativ auswirken. Dies liegt im Ermessen der Behörde.

Die Verlässlichkeit wird unter anderem durch ein positives psychologisches Gutachten und die Bewertung evt. vorhandener Vorstrafen und den aktuellen Lebenswandel beurteilt.

Weitere Informationen zum Waffenführerschein und psychologischen Gutachten findest du weiter unten!

Die Rechtfertigung ist ein wichtiger Bestandteil des Antrags. Diese muss plausibel sein. Jedenfalls anzuerkennen sind Eigenschutz, Schießsport und Sammlung.

Hat man den Waffenführerschein gemacht und das psychologische Gutachten in den Händen, kann man endlich den Antrag für die Waffenbesitzkarte stellen.

Hierfür benötigt man noch 1 Foto, Personalausweis und den Staatsbürgerschaftsnachweis. Damit geht man dann zum Magistrat bzw. der Bezirkshauptmannschaft. Im Gegensatz zum Reisepass oder Führerschein gibt es hier für das Foto keine besonderen Bestimmungen. Es muss nur aktuell und der Antragssteller klar erkennbar sein. Die Kosten für den Antrag betragen ca. 85 EUR.

Waffenführerschein

Der Waffen-Führerschein ist eine typisch österreichische Erfindung mit guten Ansätzen aber mal wieder nicht fertig gedacht…
Er dient als “Nachweis für den sachgemäßen Umgang mit Waffen”. Zumindest soll er das!

Für die Ausstellung einer WBK ist der Waffenführerschein notwendig und dieser darf nicht länger als 6 Monate zurückliegen. Denn nur so lange ist er gültig. Polizisten, Berufssoldaten und Jäger sowie Sportschützen die regelmäßig an Schießsportveranstaltungen teilnehmen benötigen diesen jedoch nicht.

Der Waffenführerschein kann bei hierzu befugten Waffenhändlern erworben werden. Die “Ausbildung” besteht aus einem theoretischen und einem praktischen Teil und dauert etwa 1-2 Stunden. Die Kosten betragen ca. 50 EUR, uns wurde aber auch schon von bis zu 70 EUR berichtet. Die Preisgestaltung liegt im Ermessen des durchführenden Waffenhändlers.

Persönliche Erfahrung:

Zwar haben wir regelmäßigen Umgang mit Schusswaffen, doch ich wollte einmal sehen wie so eine Ausbildung abläuft. Deshalb habe ich mich hierfür bei meinem Waffenhändler angemeldet.

Hatte man noch nie eine Waffe in der Hand ist die theoretische Erklärung ein guter Einstieg. Die Teile der Pistole wurde ebenso erklärt, wie das Laden und Zielen.
Themen wie sichere Verwahrung, Transport usw. wurden jedoch nicht angesprochen. Nach knapp 10min ging es an die Praxis. Ausgestattet mit Schutzbrille und Gehörschutz geht es ans schießen. Nach 10 Schüssen auf ein Ziel in 15m Entfernung, war auch schon wieder alles vorbei und der Waffenführerschein wurde ausgestellt.

Unabhängig von der Schulung finden wir es zweifelhaft was der Waffenführerschein bringen soll. Hatte man zuvor noch nie eine Schußwaffe in der Hand, erhält man nützliche Informationen und eine “Grundschulung”. Mehr darf man sich jedoch nicht erwarten.

Den “sachgemäßen Umgang” mit der Waffe nachzuweisen in dem man alle 6 Monate einmal schießt ist aber unrealistisch. Jemand der alle 6 Monate 15min Auto fährt wird es auch nicht komplett verlernen und dennoch kein geübter Autofahrer sein/bleiben.

Psychologisches Gutachten

Das psychologische Gutachten ist der wichtigste Schritt zur WBK. Eine Liste mit entsprechenden Stellen wo dieses Gutachten eingeholt werden kann bekommt man beim Waffenhändler oder der BH. Die Kosten betragen knapp 280 EUR. Ziel ist es herauszufinden, ob die Person “unter psychischer Belastung dazu neigt, mit Waffen unvorsichtig umzugehen oder sie leichtfertig zu verwenden”.

Achtung: Mir wurde von der BH Perg schriftlich bestätigt, dass dieses Gutachten nur 6 Monate gültig bleibt! Dies ist gesetzlich nicht festgelegt und somit Ermessensspielraum der Behörde. Das heißt, die BH kann ein Gutachten akzeptieren das älter als 6 Monate ist, muss und wird das normalerweise aber nicht.

Die Begutachtung besteht aus einem Gespräch sowie einem Ankreuz-Test am PC. Danach folgt eine kurze Auswertung und wenige Tage später bekommt man entweder ein positives Gutachten oder Bescheid, dass kein Gutachten erstellt wird, was nichts anderes bedeutet, als das man nicht bestanden hat.

Persönliche Erfahrung:

Bei dem mit mir vereinbarten Termin war auch eine zweite Person anwesend die ein Gutachten für die WBK brauchte. Zu aller erst wurde uns ein Zettel vorgelegt durch den wir informiert wurden, dass knapp jeder 3. kein positives Gutachten bekommt. Dann wurden wir aufgefordert noch einmal darüber nachzudenken ob wir es dennoch versuchen wollen da es ja immerhin über 180 EUR kosten würde.

Während der 2. Teilnehmer mit dem PC-Test begann, wurde ich zum Gespräch gebeten. Der Beginn des Gesprächs war sehr freundlich und offen. Neben den von mir bereits erwarteten Fragen zu Alkohol- und Drogenkonsum wird auch nach Beziehungsstatus, Beruf, Hobbys und sonstigen alltäglichen Dingen gefragt. Etwas schwieriger fand ich es, mich selbst sowie eine mir nahestehende Person möglichst genau zu beschreiben.

Danach kam der PC-Test.

Die Fragen sind teilweise schwach bis lächerlich. Unter anderem kam die Frage ob man sich vor geladenen Waffen fürchtet oder ob man für viel Geld auf einer Seuchenstation arbeiten würde. Wie dies nun helfen soll herauszufinden ob jemand eine WBK bekommt ist mir nicht ganz klar, hier geht es wohl um die persönliche Risikobereitschaft. Aber das ganze haben sich sicher furchtbar intelligente Menschen ausgedacht…

Wie bereits beim Waffenführerschein bin ich auch dieser psychologischen Begutachtung gegenüber sehr kritisch eingestellt! Zwar finde ich eine strenge Kontrolle und ein entsprechendes Gutachten sehr wichtig, doch wurde hier vom Gesetzgeber nicht weit genug gedacht.
Wie sinnvoll kann es sein, dass nur ein positives Gutachten möglich ist? Ein negatives Gutachten gibt es nicht, man erhält nur eine Nachricht das kein Gutachten erstellt wird. Der Psychologe hat auch keine Akteneinsicht, kann also gemachte Angaben nicht überprüfen!

Aufgrund der ärztlichen Schweigepflicht wird das Ergebnis auch an niemanden weitergeleitet. Somit kann man so oft bei verschiedenen Psychologen antreten, wie man es sich leisten kann!

Wer also genug Geld hat kann so lange von einer Stelle zur anderen gehen, bis er dann vielleicht doch einmal ein positives Gutachten erhält. Hier sollte dringend nachgebessert werden!

Zivildienst

Hier findet ihr wichtige Informationen für Zivildiener!

Stand

Achtung: Alle Informationen zur WBK beziehen sich auf das Jahr 2012/13!
In der Zwischenzeit können sich die Gesetze geändert haben.

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